Deutscher Musikeditionspreis

Jedes Jahr vergibt eine unabhängige Jury im Auftrag des Deutschen Musikerverlegerverbandes die Auszeichnung „Best Edition“. Mit ihr werden Noten und Musikbücher deutscher Musikerverlage prämiert, die in Inhalt und Ausstattung herausragende Qualität beweisen. Neben der Würdigung von Verlagen, Autoren, Herausgebern und Grafikern hat es sich „Best Edition“ zum Ziel gesetzt, in der Öffentlichkeit das Bewusstsein für die musikverlegerische Qualität in Deutschland zu erweitern. Seit Einführung des Preises wurde der Bärenreiter-Verlag in jedem Jahr ausgezeichnet, zum Teil mit mehreren Preisen.


Preisverleihung „Best Edition“ an Bärenreiter

Urtextausgabe von Couperin „Pièces de clavecin“ ausgezeichnet

Kassel, 10. April 2017: Auch in diesem Jahr erhält der Bärenreiter Verlag einen der begehrten »Best Edition«-Preise, mit denen der Deutsche Musikverlegerverband (DMV) jährlich besonders gelungene Notenausgaben und Musikbücher auszeichnet. In diesem Jahr geht der Preis an die Urtext-Ausgabe „Pièces de clavecin. Premier livre (1713)“ von François Couperin.
Die Jury lobte u.a. den bibliophilen Touch der Ausgabe sowie die ›entzückende Klarheit‹ des Notensatzes.

Auf der Internationalen Musikmesse in Frankfurt fand die Preisverleihung statt. Die Auszeichnung nahm Winfried Jacobs vor, Vizepräsident des DMV. Das Foto zeigt ihn bei der Übergabe der Urkunde an den Verleger Clemens Scheuch, Bärenreiter Verlag.

 Über die Ehrung freut sich besonders Lektorin Dr. Britta Schilling-Wang: „Denis Herlin hat großartige Arbeit geleistet. Ein Novum der Neuedition ist die erstmalige Auswertung zahlreicher, vom Herausgeber zum Teil neu entdeckter Abzüge des Originaldrucks von 1713 – wir sind stolz und glücklich, dass seine editorische Arbeit nun durch diesen Preis gewürdigt wird.

Die Urtext-Ausgabe enthält abweichende Fassungen einiger Stücke sowie ein anonym überliefertes Werk, das Couperin zugeschrieben werden kann. Im ausführlichen Kritischen Kommentar, der detaillierte Beschreibungen der Quellen enthält, werden die einzelnen Varianten akribisch dokumentiert.

Dr. Schilling-Wang erläutert: „Durch die Wahrung wesentlicher Charakteristika des originalen Druckbilds – so zum Beispiel der Differenzierung von runden Halte- und gerade gezogenen Legatobögen – im modernen Notenstich der neuen Urtext-Edition wird dem heutigen Interpreten das spezielle Klangbild dieser Musik auf faszinierende Weise nahegebracht. Besonders hilfreich für den Interpreten sind – neben dem Glossar, das auch der Bedeutung der Titel nachspürt –, wertvolle Hinweise zu aufführungspraktischen Fragen im Vorwort, das im Übrigen mit einer Fülle von Details zu Entstehung und Stich des Premier livre aufwartet.

                  
Foto: Denis Herlin

François Couperin: Pièces de clavecin. Premier livre (1713). Bärenreiter Urtext. Hrsg. von Denis Herlin. BA 10844 (mehr).

Es war wieder eine schöne Messe für uns“, kommentiert die Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit Ulrike Schermuly im Anschluss an die Preisverleihung, und erzählt: „Gerade ist unsere neue Urtext-Kampagne gestartet (mehr) – toll, dass gerade eine unserer Urtext-Ausgaben diesen Preis erhalten hat. Es bestätigt uns in unserer Arbeit und macht der Öffentlichkeit deutlich, wie wichtig die Qualität und Verlässlichkeit von Notenausgaben ist.