Süddeutscher Musikverlag Willy Müller

Der Süddeutsche Musikverlag gehört seit 1988 zur Bärenreiter-Verlagsgruppe.

Die Gründung des Süddeutschen Musikverlags durch den Musikalienhändler und Verleger Fritz Müller (1872–1944) erfolgte 1899 in Karlsruhe. In der zweiten Hälfte der 1930er-Jahre, vermutlich 1938, verlegte Müller dann den Verlag, in dem zu der Zeit bereits sein Sohn Willy Müller (1900–1985) mitarbeitete, nach Heidelberg. Spätestens 1938 lautete auch der Firmenname „Willy Müller – Süddeutscher Musikverlag“. Der Enkel des Gründers, Peter Ferdinand Michael Müller führte nach dem Tod seines Vaters den Verlag drei Jahre weiter, verkaufte aber Verlag und Verlagsarchiv an den Bärenreiter-Verlag, dessen Inhaber Karl Vötterle über die Jugendmusikbewegung und den Musikwissenschaftler Hans Joachim Moser bereits mit seinem Vater in Kontakt stand.

Im Zeitraum zwischen 1942 und 1965 arbeitete Müller intensiv mit Hermann Heiß (1897–1966) zusammen, der als Herausgeber Ausgaben von musikpädagogischer und hausmusikalischer Ausrichtung betreute. Mit der Publikation von Unterrichtsliteratur der Komponistin Käthe Volkart-Schlager (u. a. das „Bunte Bilderbuch für junge Klavierspieler”, das 1942 erschien) ging Willy Müller ein nicht zu unterschätzendes Risiko ein, da Familie Volkart nicht politisch angepasst war und aus ihrer ablehnenden Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus keinen Hehl machte.

Im Süddeutschen Musikverlag erschienen bisher mehr als 2.800 Notenausgaben aller musikalischen Gattungen (Alte und Neue Musik, Unterrichtswerke, Schul- und Kammermusik, Musik für Bläser, musikalische Schriften, Orchester- und Bühnenwerke). Der Schwerpunkt des Verlags liegt im Repertoire des 20. Jahrhunderts, hinzu kommen musikpädagogisch orientierte Literatur und einfachere, zur Hausmusik geeignete Stücke. Aktuell sind rund 600 Ausgaben lieferbar.

Autoren des Süddeutschen Musikverlags sind unter anderen die Komponisten Joseph Ahrens, Cesar Bresgen, Klaus Fischbach, Gerhard Frommel, Kurt Hessenberg, Karl Höller, Hans-Friedrich Micheelsen, Günter Raphael, Hermann Schroeder und Konrad Seckinger. Wenig bekannt ist, dass Willy Müller 1948 auch Karl Amadeus Hartmann (1905–1963) unter Vertrag nahm. Die Zusammenarbeit endete jedoch 1954 durch Unstimmigkeiten mit einem Wechsel Hartmanns zu Schott, Mainz.