Musik und Kirche

„Musik & Kirche“ ist eine traditionsreiche Zeitschrift für Kirchenmusik. 1929 wurde sie gegründet und erscheint seitdem sechsmal jährlich im Bärenreiter-Verlag.

„Die ,Ehe’ zwischen Kirche und Musik ist gewiß eine selbstverständliche geschichtliche begründete Tatsache ... Doch wissen wir ..., dass diese Ehe nicht immer und überall eine glückliche ist.”

Die Sätze aus dem programmatischen Vorwort, das Christhard Mahrenholz 1929 dem ersten Heft der neu gegründeten Zeitschrift “Musik & Kirche” voranstellte, hat bis heute nichts an Aktualität verloren. Die Betonung des unscheinbaren Wörtchens „und” und die Forderung, alles „Nur-Musikalische” und alles „Nur-Religiöse” auszuschließen, war die logische Konsequenz aus der anfänglichen Feststellung. Schon mit den ersten Jahrgängen wurde das neue Blatt zum führenden Forum für die evangelische Kirchenmusik. In der Zeit des Nationalsozialismus begaben sich die Herausgeber auf einen Kurs, der zwischen eindeutigen Ergebenheitsadressen und einem unbeirrbarem Festhalten an der Offenbarung Jesu Christi schwankte.

Das Kriegsende brachte vorerst keine Zäsur. In der Person Walter Blankenburgs, der von 1941 bis 1981 die Schriftleitung versah, ergab sich eine unerschütterliche Kontinuität. Erst allmählich zeigten sich Anzeichen einer Öffnung und Distanzierung. Die Geringschätzung der Romantiker wich nur allmählich. In der Wahrnehmung der Moderne öffneten sich jedoch schon in den 50er Jahren Fenster, als auch über Werke von Krenek, Fortner und anderen berichtet wurde. Die Vielfalt der Positionen und der Verzicht auf ästhetische Vorgaben standen nun außer Zweifel. Nach Blankenburgs Abschied setzte unter der Schriftleitung von Renate Steiger eine Ära ein, die neben der Chronik des kirchenmusikalischen Zeitgeschehens der theologischen Bachforschung eine Plattform bot. Als 1996 Klaus Röhring die Redaktion übernahm, setzte eine dreifache Öffnung ein. Die Avantgarde der Komponisten, die „Neue Musik in der Kirche” schuf und damit zwischen den Stühlen der Moderne und der herkömmlichen Kirchenmusik stand, erhielt nun Raum für ihre oft auch extremen Positionen. Zum anderen weitete sich der Horizont über den deutschen Sprachraum hinaus. So bietet “Musik & Kirche” seinen Lesern – in der Mehrzahl Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker – unverzichtbare Anregungen für ihre Arbeit.

www.musikundkirche.de