Gesamt- und Werkausgaben

Zum Fundament des Bärenreiter-Verlagsprogramms gehören die wissenschaftlich-kritischen Gesamt- und Werkausgaben von bedeutenden Komponisten. Mit diesen wegweisenden Editionen hat Bärenreiter international große Anerkennung erlangt und wurde zu einem weltweit operierenden Unternehmen.

In den 1950er-Jahren begann die Publikation der ersten Editionen: Christoph Willibald Gluck: Sämtliche Werke (ab 1951), Georg Philipp Telemann: Musikalische Werke (ab 1953), die Neue Bach-Ausgabe (1954–2007) und ab 2010 die Neue Bach-Ausgabe revidiert, die Neue Mozart-Ausgabe (1955–2007), die Hallische Händel-Ausgabe (ab 1955), die Neue Schütz-Ausgabe (ab 1955), später die Neue Schubert-Ausgabe (ab 1964) und die New Berlioz Edition (1967–2006). Weitere Editionen (Franz Berwald, Leoš Janáček, Orlando di Lasso, Leonhard Lechner, Johann Hermann Schein, Gioachino Rossini, ab 2010: Gabriel Fauré) kamen hinzu. In Kommission vertreibt Bärenreiter Auswahl- oder Gesamtausgaben von Niels Wilhelm Gade und Jean-Philippe Rameau.

Den Gesamtausgaben zur Seite stehen die Denkmälerausgaben Das deutsche Kirchenlied, Das Erbe deutscher Musik und Monumenta Monodica, die der Bewahrung kulturellen Erbes dienen.

Von Anbeginn sind die modernen Gesamt- und Werkausgaben darauf ausgerichtet, der Wissenschaft und der musikalischen Praxis gleichermaßen zu dienen; sie spiegeln den neuesten Stand musikwissenschaftlicher Forschung wider. International anerkannte, hochqualifizierte Musikwissenschaftler arbeiten zum Teil in eigens für die Erforschung und Veröffentlichung gegründeten Editionsinstituten, damit jede Komposition nach wissenschaftlich-kritischen Methoden in einer Werkgestalt ediert wird, die den Intentionen des Komponisten so nahe wie möglich kommt. Diesem hohen editorischen Wert der Ausgaben entspricht auch ihre äußere Erscheinung, die Qualität des Notenbildes und des Druckes und die Papierqualität.

Über 600.000 Bände der neuen Gesamtausgaben von Bärenreiter befinden sich heutzutage in musikwissenschaftlichen Instituten und Bibliotheken auf der ganzen Welt.

Abgeleitet aus den Gesamtausgabenbänden sind ein großer Teil der praktischen Urtext-Ausgaben des Verlages, die die vorausgegangene wissenschaftliche Arbeit unmittelbar praktisch nutzbar machen.