Familie Scheuch

1970 trat Barbara Scheuch-Vötterle    (* 27. November 1947 in Kassel), die Tochter von Karl Vötterle und Hildegard Vötterle, geb. Schaub (1914–1998), in den Bärenreiter-Verlag ein und übernahm nach dem Tode ihres Vaters 1975 die Geschäftsleitung, seit 1976 führt sie den Verlag gemeinsam mit ihrem Ehemann Leonhard Scheuch (* 21. Mai 1938 in Winterthur).

Unter ihrer Leitung wurden entscheidende Weichen für die Zukunft gestellt. In den 1980er Jahren erfolgte eine umfassende Restrukturierung des Unternehmens in organisatorischer und programmatischer Hinsicht. Neben der expliziten Entscheidung für eine Fortführung des Engagements für die zeitgenössische Musik und die enge Zusammenarbeit mit musikwissenschaftlicher Forschung sowie dem Ausbau des musikpädagogischen Programms wurde die Etablierung der Marke „Bärenreiter-Urtext“ vorangetrieben.

Ehrenamtlich wirkt Barbara Scheuch-Vötterle u. a. im Vorstand der Kasseler Musiktage und der Landgraf-Moritz-Stiftung. Für ihre besonderen Verdienste über ihren Beruf hinaus wurde sie mehrfach ausgezeichnet. 1999 erhielt sie die Goethe-Plakette des Landes Hessen, 2005 wurde sie zum Ehrenmitglied der Gesellschaft für Musikforschung und des Deutschen Musikrats und im März 2007 zur Ehrenprofessorin des Landes Hessen ernannt.

Leonhard Scheuch absolvierte nach dem Studium der Theaterwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Universität Wien zunächst Praktika im Bereich der Opernregie in Berlin, Hamburg und München und arbeitete seit 1967 bis zu seinem Eintritt in den Verlag als Dramaturg am Opernhaus Zürich. Der sukzessive Ausbau des Opernprogramms sowie die besondere Förderung der zeitgenössischen Musik und des Buchprogramms bilden seine Interessensschwerpunkte. Die guten Kontakte zu Tschechien, beginnend 1991 in Prag mit der Gründung einer Tochtergesellschaft des Bärenreiter-Verlags Basel AG, die den damaligen tschechoslowakischen Staatsverlag Editio Supraphon in die Privatisierung führte, seit 1998 als Editio Bärenreiter Praha und seit Anfang 2011 als Bärenreiter Praha firmiert, sind besonders als Verdienst Leonhard Scheuchs zu werten.

Außerhalb seiner verlegerischen Tätigkeit engagiert sich Leonhard Scheuch im musikkulturellen Bereich, u. a. als Mitbegründer der Schweizer Janáček-Gesellschaft und als Vorstandsvorsitzender der Initiative Pro A für das Orchester des Kasseler Staatstheaters.

Clemens Scheuch, bereits seit 2011 Mitglied der Geschäftsleitung, ist seit dem 1. Januar 2021 dritter Geschäftsführer des Bärenreiter-Verlags und leitet damit zusammen mit seinen Eltern Prof. Barbara Scheuch-Vötterle und Leonhard Scheuch den Kasseler Musikverlag.

Clemens Scheuch (* 1980) ist gelernter Toningenieur. 2007 trat er zunächst als Assistent der Geschäftsleitung in das Traditionsunternehmen ein. Anfangs war er vorrangig für die Bereiche Vertrieb und Produktcontrolling sowie als Prokurist der Kasseler Groß-Auslieferung tätig, die Teil der Bärenreiter-Unternehmensgruppe ist. Schon bald danach brachte er das Geschäftsfeld Neue Medien voran, indem er eine Balance zwischen hochwertigen Druckprodukten und modernen digitalen Angeboten schuf. In einem organischen Wandlungsprozess, der den Fortbestand des bald hundertjährigen Verlags sichert, erweiterte er kontinuierlich seine Tätigkeit in alle Arbeitsbereiche des Unternehmens mit seinen annähernd 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Kassel, Prag und London.

Gleichzeitig mit der Ernennung zum Bärenreiter-Geschäftsführer ist Clemens Scheuch auch Geschäftsführer bei der Bühnenagentur Alkor-Edition und der Neuwerk Buch- und Musikalienhandlung. Bereits seit August 2014 ist Clemens Scheuch Geschäftsführer der Kasseler Groß-Auslieferung sowie der Auslandsunternehmen Bärenreiter Basel (seit August 2014) und Bärenreiter Ltd. (Harlow/Essex, England, seit Juni 2016). Er ist darüber hinaus ist Vizepräsident des Deutschen Musikverleger-Verbands.

Sein Bruder Claudius Scheuch (* 25. September 1976) arbeitet eng mit dem Bärenreiter-Verlag zusammen, vor allem im Bereich Corporate Image und Design.