Gülke, Peter
Felix Mendelssohn Bartholdy. "Der die Widersprüche der Zeit am klarsten durchschaut"
Editionsnummer
BVK 2462
ISBN
9783761824627
Sprache(n) des Werkes
Deutsch
Produktart
Buch
Erscheinungsform
Gebunden
Seitenanzahl / Format
139 S. - 22,0 x 14,0 cm
„Er ist der Mozart des 19ten Jahrhunderts, der hellste Musiker, der die Widersprüche der Zeit am klarsten durchschaut und zuerst versöhnt.“
Robert Schumann

Peter Gülke zeichnet das Bild des ‚anderen‘ Mendelssohn Bartholdy in einer Zeit voller Widersprüche: Nicht der umjubelte, selbstsichere Mendelssohn wird hier portraitiert, sondern derjenige, der seine existenziellen Nöte und Zweifel mehr in Partituren als in Worten zum Ausdruck bringt.

Mendelssohn konnte sich geborgen fühlen in der Großfamilie – und doch kämpfte er mit Brüchen und Konflikten. Er zweifelte an seiner Rolle in der Öffentlichkeit und litt an der Beschleunigung des Lebens.
Als konvertierter Jude war er verwundbar in seiner Identität und praktizierte eine weit gespannte Frömmigkeit. In seiner geistlichen Musik unterlief er die Scheidung von weltlicher und geistlicher Musik immer wieder.

Dieses und anderes kann man in Gülkes mit unnachahmlicher Sprachkraft verfassten Werkbetrachtungen nachvollziehen. Sie legen im Notentext jene menschlichen Erfahrungen und Ideen frei, die bewegend sind für alle Hörer dieser faszinierenden Musik.


Der Autor
Peter Gülke ist Träger des „Nobelpreises für Musik“, des Ernst von Siemens Musikpreises, und Träger des Sigmund-Freud-Preises für wissenschaftliche Prosa. Er ist Dirigent, Musikwissenschaftler und Musikschriftsteller.
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Pressestimmen
„Es geht ihm [Peter Gülke] um die Paradoxien und Zerrissenheiten in Person und Werk eines, der früh leichtfüßig und vollkommen schien, aber stets und bis heute Vorwürfen von Glätte, Historismus und tiefenscheuer Oberflächlichkeit ausgesetzt war – und das nicht nur aus der antisemitischen und/oder wagnerianischen Ecke. Dementsprechend geraten in Gülkes ebenso gelehrter wie sensibler Lesart die Spuren von Versöhnlichkeit und Versöhnung in Mendelssohns Werken und Wirken zu kunstvoll verfugten, musikalisch elegant vernähten Narben eines, der sich im strengsten Sinne als Vermittler verstand und somit auch erhebliche Spannungen und manchen Schmerz auszuhalten hatte: ob als Klassiker unter den Romantikern, ob als einer, welcher die subjektive Intimität stets formal zu objektivieren suchte und an Hörer dachte, ob als einer, der dem Christentum eines seiner größten Kunstwerke wiedergab und sich immer noch „Judenbengel“ heißen lassen musste und trotzdem eine neue geistliche Musik versuchte. … sehr lesenswert."
(Bojan Budisavljevic, Neue Musikzeitung, 6/2018)

„Dieses Buch, um es gleich zu sagen, ist ein Wurf. Der schmale und doch gewichtige Band von 140 Seiten ist ein einzigartiger Glücksfall: Der Autor Peter Gülke ist sowohl ein erzmusikantisch fühlender Dirigent als auch ein profunder Musikwissenschaftler. […] Das Glück der Erkenntnis durch dieses Buch ist groß. […] Peter Gülke legt mit diesem Buch bei aller Konzentration der Darstellung und Subjektivität der Interpretation eine faszinierende und höchst geschlossene Tiefkernbohrung in Mendelssohns Künstlerpersönlichkeit vor. Man fühlt sich animiert zum Nach- und Weiterdenken, vor allem aber zum Nach-Hören. […] In der Darstellung einer Periode, in der Musik nicht als Spiegel, sondern geradezu ein Katalysator der Deutsche Geschichte fungierte, ist dieses schmale Buch nichts weniger als ein Manifest deutscher Geistesgröße – und deutscher Problematik.“
(Michael Schwalb, WDR 3 „Tonart“, 22.11.2017)
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