Mendelssohn Bartholdy, Felix
Konzert für Violine und Orchester e-Moll op. 64
Zweite Fassung 1845; mit separatem Kommentar zur Aufführungspraxis
Editionsnummer
BA 9099-93
ISMN
9790006565740
Band / Reihe
BÄRENREITER URTEXT
Herausgeber
Todd, R. Larry / Brown, Clive
Sprache(n) des Textteils
Englisch, Deutsch
Produktart
Klavierauszug, Stimme, Urtextausgabe, Buch
Besetzung
Violine solo, Klavier
Bemerkungen
Ersetzt BA 9050-90; Orchesterstimmen unverändert erhältlich unter BA 9050-65/-75/-79/-82/-85 und BA 9099-74
Erscheinungsform
Geheftet
Seitenanzahl / Format
XVIII, 45/16/16/72 S. - 31,0 x 24,3 cm
Mendelssohns Violinkonzert op. 64 ist ein zentrales Werk des 19. Jahrhunderts, das zum einen noch dem klassischen Stil eines Beethoven verbunden ist, zum anderen aber auch den Weg zum romantischen Ausdrucksideal eines Brahms weist. Seit langem ist bekannt, dass Mendelssohn das Werk nacheinander mit drei Solisten aufführte: Ferdinand David, der während des Entstehungsprozesses eng mit dem Komponisten zusammenarbeitete und die Premiere spielte, Joseph Joachim, das ‚Wunderkind‘, und Hubert Léonard, ein junger belgischer Virtuose, über den wir wenig wissen.

Korrekturfahnen zum Violinkonzert in e-Moll galten lange als verschollen; so konnte man es als kleine Sensation bezeichnen, als kürzlich doch ebensolche zur Solo-Violinstimme zusammen mit einem Brief von Mendelssohn an Léonard gefunden wurden.

Der Brief informiert uns, dass der Komponist Léonard zu sich nach Hause in Frankfurt einlud, um ihn kennenzulernen. Es war bereits bekannt, dass Mendelssohn David Korrekturfahnen gab; aber nun wissen wir, dass auch Léonard ebensolche erhielt.

Die jüngst entdeckten Korrekturfahnen bezeugen, wie Léonard das Konzert zusammen mit Mendelssohn an jenem Abend im Februar 1845 spielte. Sie enthalten Strichbezeichnungen und Fingersätze und zeigen, wie Léonard Lagenwechsel ausführte und wo er leere Saiten einsetzte; sie umfassen darüber hinaus modifizierte Dynamik-Angaben sowie zusätzliche Legato-Bögen.

Wir können davon ausgehen, dass all dies in Mendelssohns Sinne erfolgte. Dass der junge Geiger einen positiven Eindruck auf Mendelssohn machte, wird in den Briefen des Komponisten nach dem gemeinsamen Abend bestätigt; Mendelssohn lobt Léonards Spiel sehr und stellt in Aussicht, ihn dabei zu unterstützen, in Deutschland Arbeit zu finden.

Bärenreiters revidierte Ausgabe von Mendelssohns Violinkonzert – lediglich die Orchesterstimmen sind unverändert geblieben – schließt ein separates Heft zur Aufführungspraxis ein. Herausgeber ist der ausgewiesene Experte für romantische Aufführungspraxis Clive Brown.

- Neue Quellenlage durch Fund verschollen geglaubter Korrekturfahnen
- Revidierte Urtext-Ausgabe
- Mit separatem Heft zur Aufführungspraxis (engl./dt.)
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