Maintz, Philipp
konzert für klavier und großes orchester
Editionsnummer
BA 11134-72
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Besetzung des Werkes
Orchester, Klavier, Sopran solo
Orchesterbesetzung
Klav-solo/ 3 (Picc),(ABfl),2,(Eh),2,(BKlar),2,(Kfag) - 4,3,3,1,(KbTub) - Schlg(4) - Hfe - STR(14,12,10,8,6)
Produktart
Leihmaterial
Besetzung
Orchester, Klavier
Bemerkungen
Uraufführung 10.10.2014, Straßburg
Besetzung: Klavier – solo - 3 (2. auch Picc, 3. auch Afl), 2, Eh, 2, BKlar, 2 (2. auch Kfag), Kfag - 4, 3, 3, 1 (Kb) - Schlg (4) - Hfe - Str (14, 12, 10, 8, 6; Kb fünfsaitig) / ca. 25 Minuten

Uraufführung am 10. Oktober 2014 in Strasbourg (Festival Musica Strasbourg): Jean-Frédéric Neuburger (Klavier), Orchestre Philharmonique du Luxembourg, Leitung Peter Hirsch


Philipp Maintz: Klavierkonzert
Sie haben sich mit Ihrem „konzert für klavier und großes orchester“ nicht zum ersten Mal mit dem Genre Konzert beschäftigt, wie Sie verraten haben. Welche „Vorgänger“ liegen in Ihrer Schublade?

Klavierkonzerte bilden den Untergrund meiner musikalischen Sozialisierung: Durch den Bestand in meines Vaters Plattenschrank habe ich seit meiner frühesten Kindheit die Klavierkonzerte Beethovens und Mozarts mitpfeifen können. Später habe ich mich von dem Plattenschrank emanzipiert. Mich haben die Konzerte von Prokofjew tief beeindruckt,  besonders die ersten beiden von Bartók, das von Schönberg verwirrt mich bis heute eher, aber ich mag es, ebenso das von Ligeti. Und von den jüngeren Klavierkonzerten steht an erster Stelle das von Lutoslawski!
Seit jener Zeit habe ich (natürlich) versucht, Klavierkonzerte zu schreiben. Das erste 1989 (ein ziemlicher Schinken und stilistisches Durcheinander), dann ein zweites 1990 (mit einer überbordenden Besetzung) und 1991 dann noch ein (nicht ganz fertig gewordenes) drittes. Ich habe dann später als Schüler von Michael Reudenbach (so 1994 oder 1995) ein weiteres Klavierkonzert zu schreiben versucht, das dann aber in den erwähnten Diskussionen untergegangen ist.
Was blieb? Diese Vorfreude, wenn ein Flügel vor das Orchester gerollt wird und die Lust, ein Klavierkonzert zu schreiben …
 
Das „Konzert“ ist von jeher eine der großen „öffentlichen Gattungen“ – im Gegensatz zur Kammermusik. Bieten Sie dem Solisten ein Forum zur Darstellung seiner Virtuosität?

Beim Klavierkonzert war es mir wichtig, dass es ein „richtiges“ Konzert wird. Und ich bilde mir ein, erst mit meinem Bariton-Liederzyklus „windinnres“ (2011/13) eine Form des Schreibens für das Klavier gefunden zu haben, die ich für ein Konzert als hinreichend „erwachsen“ empfinde. Das Klavierkonzert hat im Vergleich etwa zu meinem „klavierstück nr. 2" (2006) eine viel elegantere und distinguiertere Diktion, die sich im letzten Satz ins Rauschhafte steigert.
Das Orchester folgt ganz klar dem Solisten, spinnt weiterführende Fäden, ist ihm Hallraum, Echo, Bühne, Tanzpartner und Drahtseil für Balanceakte. Instrumentale Virtuosität ist für mich nicht nur mit technischer Brillianz verbunden, genauso fasziniert mich, wenn ein Pianist in selbstversunkener Intimität das Klavier samtig singen lassen kann. So bin ich zu diesen Stellen gekommen, in denen das Orchester zurücktritt oder schweigt und der Pianist entweder versponnene Schleifen dreht und vor sich hin fabuliert – oder aber auch donnernd aus dem Tempo herausstürmt, bis er vom Orchester wieder eingefangen wird und der Ritt gemeinsam weitergeht.
 
Können Sie skizzieren, wie der erste Abdruck der konzertanten Dramaturgie, der formalen Idee während der Phase der Partiturniederschrift Gestalt annimmt oder modifiziert wird?

Im Klavierkonzert ist die Auseinandersetzung mit der tradierten Konzertform Programm: Das Stück hat zwar vier Sätze, die ich aber anhand eines fraktalen Modells und unter dem Blickwinkel dramaturgischer Stringenz ineinandergeschoben habe. Den „roten Faden“ bildet durchweg das Klavier. Durch die kaleidoskopartige Anordnung der Sätze ergab sich die Möglichkeit, Gedanken und Gesten wieder aufzugreifen – zum „Weiterdenken“ zwischen Orchester und Klavier. Und es gibt die (von mir in formaler Hinsicht geschätzte) Situation, bei der das Orchester dem Solisten wirbelschleppenartig folgt; gerade im vierten Satz treiben sich beide gegenseitig wie Peitschenkreisel immer weiter.
Interview mit Michael Töpel (aus [t]akte 2/2014)
A. Anfr.
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