Händel, Georg Friedrich
Sosarme, Re di Media HWV 30
Oper in drei Akten
Editionsnummer
BA 10713-01
ISMN
9790006550210
Band / Reihe
Hallische Händel-Ausgabe (HHA) II/27.1+2
Herausgeber
Pacholke, Michael
Orchesterbesetzung
Soli: SAAAATB - 0,2,0,1 - 2,2,0,0 - Str - Bc
Sprache(n) des Werkes
Italienisch
Sprache(n) des Textteils
Deutsch, Englisch
Produktart
Gesamtausgabe, Urtextausgabe, Partitur
Erscheinungsform
Leinen
Seitenanzahl / Format
LXXXIII, 400 S. - 33,0 x 26,0 cm
Händels Oper „Sosarme, Re di Media“, HWV 30, wurde erstmals 1732 in London aufgeführt. Charles Burney zufolge zählt die Oper zu Händels ansprechendsten Werken dieser Gattung. Von besonderem Interesse ist ein Aspekt der Entstehung: Ursprünglich wollte Händel das geografische und historische Milieu seiner Libretto-Vorlage „Dionisio, Re di Portogallo“ beibehalten, und zwar unter dem Titel „Fernando, Re di Castiglia“. Die Handlung sollte in der früheren portugiesischen Hauptstadt Coimbra und deren Umgebung spielen und kann im Zuge der Vermengung historischer und fiktiver Ereignisse und Personen nur grob in die Zeit um 1300 eingeordnet werden. Damit hat „Fernando“ das „modernste“ Sujet aller Händel-Opern nach „Tamerlano“. Aber vermutlich wegen einiger bedenklicher Parallelen zur englischen Situation in der Entstehungszeit der Oper sahen sich Händel und sein unbekannter Librettist mitten im Kompositionsprozess dazu veranlasst, die Handlung unter Namensänderung fast aller Personen in ein unverfängliches orientalisches Milieu zu verlegen. So wurde die Oper bis kurz vor dem Ende des zweiten Aktes als „Fernando, Re di Castiglia“ komponiert, letztlich jedoch als „Sosarme, Re di Media“ vollendet, was in der kritischen Neuausgabe detailreich erläutert und nachvollziehbar gemacht wird. Weitere Änderungen nahm Händel für nachfolgende Aufführungen von „Sosarme“ im Jahre 1734 vor.

Im Mittelpunkt der Handlung steht ein Familienkonflikt um die Thronfolge. Sosarme, König von Medien, ist mit Elmira, der Tochter Haliates, des Königs von Lydien, und dessen Gemahlin Erenice, verlobt. Haliate und Erenice haben außerdem den gemeinsamen Sohn Argone, der sich als rechtmäßigen Thronfolger sieht. Haliate hat aus einer Beziehung mit Anagilda einen weiteren Sohn, Melo, den er viel lieber auf dem Thron von Lydien sehen möchte. Melo weist die Herrschaft jedoch zurück. Unterstützt wird Haliate von seinem Ratgeber Altomaro, Anagildas Vater. Argone rebelliert gegen diesen Plan, verschanzt sich mit seinen Anhängern in der Hauptstadt Sardis und verweigert seinem Vater den Zugang. Dort im Palast befinden sich außerdem Elmira und Erenice. Haliate belagert die Stadt. Als den Rebellen die Vorräte ausgehen, ruft Argone zum Kampf auf. Sosarme, der mit einer Heeresschar aus Medien gekommen ist, um seine Braut zu holen, stößt dazu und versucht, zwischen den Parteien zu vermitteln, wird jedoch im Kampf verletzt und von dem siegreichen Argone gefangen genommen. Daraufhin sendet Haliate Altomaro als Boten, um Argone den Frieden anzubieten. Doch Altomaro erweist sich als Verräter. Er überbringt das Friedensangebot für die Stadt, verknüpft es jedoch mit der erlogenen Botschaft, Haliate wolle die Bevölkerung verschonen und den Zwist allein im Zweikampf mit seinem Sohn austragen. Argone kann die Herausforderung nicht zurückweisen. Altomaro kehrt zu Haliate mit der Nachricht zurück, seine Gemahlin hätte Argone dazu bewegt, ihn herauszufordern. Im Gespräch von Erenice und Melo wird Altomaros Betrug offenbar. Doch Haliate kennt die Wahrheit nicht, und das Duell beginnt. Erenice und Melo wollen schützend eingreifen und werden beide verletzt. Die Kämpfenden halten inne, Haliate erfährt von der Intrige. Altomaro flieht und stößt sich das Schwert in die Brust. Die Parteien versöhnen sich und verzeihen einander.

Der HHA-Band II/27 erscheint wegen der Fülle des Materials und der besseren Handhabbarkeit in zwei Teilbänden. Gegenstand des Hauptteils ist die Uraufführungsversion von „Sosarme“. Anhang I, mit dem der zweite Teilband beginnt, hat eine kritische Edition des Opernfragments „Fernando“ zum Inhalt. Anhang II enthält Frühfassungen von Arien, die nicht zu „Fernando“ gehören, während die Änderungen von „Sosarme“ für die Wiederaufnahme der Oper unter Händels Leitung 1734 im Anhang III geboten werden.
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