Orest hadert mit dem Schicksal

Manfred Trojahns Oper „Orest“ in Zürich

In seiner Oper „Orest“ beschäftigt sich der Komponist Manfred Trojahn mit der Tragödie der Atriden. Anders als seine fanatisierte Schwester Elektra, die Gerechtigkeit um jeden Preis fordert, hadert Orest mit dem Schicksal, nachdem er seinen Vater Agamemnon ermordet hat. Er fühlt sich schuldig, obwohl er den Mordauftrag vom Gott Apoll erhielt und diesem blind Folge leistete. An Orest zeigt sich auf exemplarische Weise der Konflikt zwischen Fremd- und Selbstbestimmung, was ihn nicht nur für die Freiheitsphilosophie des 20. Jahrhunderts, sondern bis in die heutige Zeit zu einer politisch und psychologisch brisanten Figur macht. Am Ende von Trojahns Oper verweigert sich Orest dem Kreislauf des Mordens. Er begreift, dass er mit seiner Schuld leben muss, um den Zwängen der Familie zu entfliehen. Es ist die Liebe, die ihn zu dieser Erkenntnis führt.

Mit seiner brennend intensiven und dichten Klangwelt gelingt es dem Komponisten Manfred Trojahn, den Zuschauer ganz nah an den Wahnsinn zu führen, der sich in Orests Kopf abspielt.

Die Uraufführung von „Orest“ 2012 in Amsterdam wurde von der Zeitschrift „Opernwelt“ zur „Uraufführung des Jahres“ gewählt. Hans Neuenfels inszeniert die Schweizer Erstaufführung im Opernhaus Zürich, die am 26. Februar Premiere hat. (Foto: Dietlind Konold)

Manfred Trojahn
Orest. Musiktheater
Schweizer Erstaufführung: 26.2.2017
Musikalische Leitung: Erik Nielsen, Inszenierung: Hans Neuenfels, Bühne: Katrin Connan, Kostüme: Andrea Schmidt-Futterer
Weitere Termine: 2.3., 7.3., 10.3., 12.3., 19.3., 24.3.2017
www.opernhaus.ch