Nach 190 Jahren wiedervereint

Die Handschrift von Beethovens op. 130 und 133 als Faksimile

„Unverständlich, wie Chinesisch“ kam einem Wiener Kritiker im März 1826 Ludwig van Beethovens „Große Fuge“ op. 133 bei der Uraufführung vor. Bevor Beethoven ein weniger ausladendes Finale komponierte, beendete die „Große Fuge“ das in jeder Hinsicht ungewöhnliche Streichquartett B-Dur op. 130, eines der kühnsten seiner Zeit. Mit seinen sechs Sätzen sprengt es die traditionelle Form. Heute gilt unter den späten Streichquartetten Beethovens gerade dieses Werk als Gipfelpunkt.

Nach dem Tod des Komponisten erlebte das originale Manuskript ein merkwürdiges Schicksal. Es wurde satzweise zerlegt und gelangte an verschiedene Besitzer. Die heute über europäische und amerikanische Bibliotheken verstreuten Teile des Autographs werden nun in diesem Faksimile erstmals seit über 190 Jahren wiedervereint.

Das Faksimile aus dem Bärenreiter-Verlag (BVK 2464, Euro 349,–) im hochwertigen Vierfarbdruck gibt die Handschrift so wieder, dass auch die Korrekturschritte Beethovens in Form von Überklebungen nachvollziehbar werden. Ohne den bibliophilen Gesamteindruck zu stören, erleichtern Satz- und Taktzahlen auf jeder Seite die Benutzung. Der renommierte Musikwissenschaftler Ulrich Konrad erläutert in einer Einleitung die Besonderheiten des Werkes und seiner Geschichte.

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