„Ist Komponieren notwendig? Ist mein Komponieren, mein Füllen, Vertiefen, Verdichten, Zusammenballen, Dehnen, Über-winden der Zeit mit Hilfe von Noten, jener zarten und doch so störrischen Chiffrenschrift des Unsagbaren notwendig oder überflüssig? Ich weiß es nicht. Was ist das für ein merkwürdiger, ja ungeheurer Text, der hier von Generation zu Generation weitergeschrieben werden muss, sich durch alle Widerstände hindurch immer wieder eine Feder sucht? Ist Atmen notwendig?“

     Heinz Winbeck

„Winbecks Partituren sind schwer unterzubringen in irgendeiner ‚Schule‘, sie ordnen sich keinen Dogmen unter. Keiner Stilrichtung. Also: Winbeck ist ein Außenseiter, das würde man gern so stehen lassen, wenn sich nicht schon zuviele als ‚Außenseiter‘ fühlten: ... Man kann all den selbsternannten Außenseitern meistens sehr schnell nachweisen, dass ihre Musik gar nicht so außenseiterisch ist. Winbeck ist einer. Winbecks öffentliches Bekenntnis zumal zu Bruckner und Mahler bedeute beileibe nicht, daß sein Blick nach rückwärts gerichtet ist - ‚sondern nach innen‘. Und dieser offengelegten Innenwelt, von der Winbeck auch selber - eher ängstlich - spricht, steht man ratlos, aber fasziniert gegenüber, wenn man seine Partituren liest und hört.

Winbeck ist ein ausgeprägt konstruktiver Komponist, der selbst in der Großflächigkeit oder Üppigkeit die letztmögliche Verdichtung sucht und findet, der Zerklüftetes, gar Apokalyptisches mit Akribie festigt, der auf eine sehr verdeutlichende Instrumentation achtet.“

     Wolfram Schwinger