Hector Berlioz – Leben und Werk

Hector Berlioz wandte sich nach dem anfänglichen Medizinstudium ganz der Musik zu und studierte am Pariser Conservatoire bei Le Sueurs. Früh schon erkannten Paganini und Liszt seine Bedeutung. 1830 erhielt Berlioz den „Prix de Rome“, der ihm einen zweijährigen Studienaufenthalt in Italien ermöglichte. Nach Paris zurückgekehrt, konnte Berlioz seinen Lebensunterhalt trotz verschiedener Aufträge und Konzerte jedoch nur notdürftig durch schriftstellerische Arbeiten (schon Ende der 1830er Jahre galt er als angesehenster Musikkritiker der Hauptstadt) und als Bibliothekar am Pariser Conservatoire bestreiten. 1842 begann er seine Konzertreisen als Dirigent, durch die er seine Werke im Ausland mit großem Zuspruch zur Aufführung bringen konnte. Trotz langer Missachtung im eigenen Land wurde Berlioz zur zentralen Gestalt der französischen Musik im 19. Jahrhundert. Seine monumentalen Chorwerke (Requiem, Te Deum u. a.) und die Orchesterkompositionen (Symphonie fantastique, Roméo et Juliette u. a.) öffneten ebenso wie seine Opern (u. a. Les Troyens) der Musik seiner Zeit neue Perspektiven, die für zahlreiche Zeitgenossen und Nachfolger stilbildend wurden.

1803 Hector Berlioz wird am 11. Dezember in La Cote-Saint-Andre geboren.
Sein Vater, der Arzt Louis-Joseph Berlioz, übernimmt selbst die schulische Ausbildung.
1817Flötenunterricht, erste Kompositionsversuche
1819Berlioz bringt sich das Gitarrespiel selber bei.
Erster Druck einer Komposition Berlioz' in Paris
1821Beginn des Medizinstudiums
1825Uraufführung der Messe solennelle
1826Privater Kompositionsunterricht bei J.-Fr. Le Sueur, später Aufnahme in die Klasse Le Sueurs am Pariser Conservatorium1827
1827Erste Teilnahme am Rompreis-Wettbewerb
1827–1829Erste Begegnung mit Werken Shakespeares, Beethovens und Goethes Faust
1829Berlioz lässt seine Huit scenes de Faust auf eigene Kosten als op. 1 drucken, distanziert sich jedoch von dem Werk und vernichtet alle erreichbaren Exemplare.
1830Berlioz gewinnt den Rompreis-Wettbewerb mit der Kantate Sardanapale.
Im Dezember Uraufführung seiner Symphonie fantastique
Reise nach Italien
1831Begegnung mit Mendelssohn
1832 Rückkehr nach Frankreich
1833–1839Hector Berlioz etabliert sich als angesehenster Musikkritiker in Paris.
1833Heirat mit der Schauspielerin Harriet Smithson
183414. August: Geburt des Sohnes Louis
Berlioz erhält von Paganini einen Kompositionsauftrag für ein Bratschenkonzert (Harold in Italie).
1835Uraufführung Harold in Italie, bei der Folgeaufführung dirigiert Berlioz zum ersten Mal selbst
1837 Als Kompositionsauftrag des französischen Innenministers entsteht die Grand messe des morts.
1838Berlioz' erste Oper, Benvenuto Cellini, wird an der Opéra ein Misserfolg.
1839 Erfolgreiche Uraufführung der dramatischen Symphonie Romeo et Juliette.
1840Erneuter Kompositionsauftrag des Innenministers: Grand Symphonie funébre et triomphale
ab 1842Zahlreiche Konzertreisen, vor allem nach Deutschland
1843Traité d'Instrumentation et orchestration modernes erscheint im Druck.
1845Zweite Tournee (Wien, Prag und Pest)
1847Dritte Tournee (Russland, Riga, Berlin)
1847–1848Berlioz folgt einer Einladung nach London, wo er eigene Konzerte gibt.
1850Gründung der kurzlebigen Société Philharmonique zur Aufführung eigener Werke.
1851Mitglied der Jury für Musikinstrumente auf der Weltaustellung in London
1852Liszt führt in Weimar eine Bearbeitung von Benvenuto Cellini auf.
1854L'enfance du Christ
Nach dem Tod Harriet Smithsons heiratet Berlioz die Sängerin Mario Recio.
1855Konzerte mit der New Philharmonic Society
Begegnung mit Wagner
1855–1856Berlioz hält sich für längere Zeit in Weimar auf.
1856–1863Berlioz dirigiert regelmäßig in Baden-Baden.
1858 Oper Les Troyens vollendet
1862Berlioz zweite Frau Mario Recio stirbt, Berlioz vereinsamt und verfällt in immer schwerere Depressionen.
1863Aufführung der letzten drei Akte von Les Troyens als Les Troyens à Carthage, in dieser Fassung bleibt die Oper für 21 Abende auf dem Spielplan und wird für Berlioz ein großer finanzieller Erfolg. Berlioz kann sich jetzt vom Komponieren und von der Musikkritik zurückziehen.
1866–1867Gastdirigate in Wien und Köln
1867Tod des Sohnes Louis
1867–1868Reise nach St. Petersburg, von der Berlioz vollkommen erschöpft zurückkehrt.
Im Erholungsurlaub in Nizza erleidet Berlioz zwei Schlaganfälle.
1869Berlioz stirbt am 8. März in Paris und wird auf dem Friedhof Montmartre beigesetzt.