Ludwig van Beethoven

Streichquartett B-Dur op. 130 / Grande Fugue B-Dur op. 133

„Unverständlich, wie Chinesisch“ kam einem Wiener Kritiker im März 1826 Ludwig van Beethovens Große Fuge op. 133 bei der Uraufführung vor. Bevor Beethoven ein weniger ausladendes Finale komponierte, beendete die Große Fuge das in jeder Hinsicht ungewöhnliche Streichquartett B-Dur op. 130, eines der kühnsten seiner Zeit. Mit seinen sechs Sätzen sprengt es die traditionelle Form. Heute gilt unter den späten Streichquartetten Beethovens gerade dieses Werk als Gipfelpunkt.

Nach dem Tod des Komponisten erlebte das originale Manuskript ein merkwürdiges Schicksal. Es wurde satzweise zerlegt und gelangte an verschiedene Besitzer. Die heute über europäische und amerikanische Bibliotheken verstreuten Teile des Autographs werden nun in diesem Faksimile erstmals seit über 190 Jahren wieder vereint.

Das Faksimile im hochwertigen Vierfarbdruck gibt die Handschrift so wieder, dass auch die Korrekturschritte Beethovens in Form von Überklebungen nachvollziehbar werden. Ohne den bibliophilen Gesamteindruck zu stören, erleichtern Satz- und Taktzahlen auf jeder Seite die Benutzung. Der renommierte Musikwissenschaftler Ulrich Konrad, Träger des Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preises, erläutert in einer Einleitung die Besonderheiten des Werkes und seiner Geschichte.

349,00 €
Preisermäßigung bei Fortsetzungsbezug

Missa solemnis op. 123

Mit der „Missa solemnis“ rang Beethoven über mehrere Jahre, suchte nach einem ganz individuellen Weg, mit dem alten Text und den Traditionen der Messkomposition umzugehen. Am Ende steht ein Werk, das niemanden kalt lässt – manche irritiert, viele aber tief berührt.

Wie intensiv der Arbeitsprozess war, zeigen neben zahlreichen Korrekturen auch mehrere herausgerissene Seiten; teilweise wusste sich der Komponist nur dadurch zu helfen, dass er Ersatzseiten annähte.

Der Beethoven-Forscher Hans-Joachim Hinrichsen macht die Schritte der Entstehung in allgemeinverständlicher und nahezu detektivischer Weise anschaulich. Martina Rebmann zeigt, wie dieses und weitere Autographe nach und nach für die Beethoven-Sammlung der Staatsbibliothek zu Berlin erworben wurden.

Das Faksimile im hochwertigen Vierfarbdruck bildet die Blattstümpfe und Ausklappseiten nach und macht so das Original auch haptisch nachvollziehbar. Die sorgfältige Beschriftung mit Satzbezeichnung, durchlaufender Paginierung, wissenschaftlicher Foliierung und Taktzahlen erleichtert die Orientierung in der Handschrift.

„Einer der grandiosesten künstlerischen Arbeitsprozesse, die in der Musikgeschichte je dokumentiert worden sind“
Hans-Joachim Hinrichsen

 

 

695,00 €
Preisermäßigung bei Subskription

Sinfonie No. 9 op. 125

Mit seiner neunten Sinfonie stieß Beethoven in neue Dimensionen vor. Solisten und Chor überhöhen im Schlusssatz die instrumentale Gattung, und Schillers „Ode an die Freude” wird zu einer weltumspannenden Hoffnung, einem Bekenntnis: „Alle Menschen werden Brüder!”

Welches Plädoyer Beethoven in seiner Zeit mit diesem Werk abgeben wollte, wie die Ansichten darüber im Laufe der Zeit wechselten, beschreibt der große Beethoven-Forscher Lewis Lockwood in seinem Kommentar. Jonathan Del Mar, renommierter Herausgeber von Werken Beethovens, erläutert exemplarische Stellen der Handschrift und lässt den Leser an dem Arbeitsprozess des Komponisten teilhaben.

So macht schon das großformatige Papier, das Beethoven für einige Passagen zur Hand nahm, die große Besetzung deutlich. Streichungen, teilweise wieder rückgängig gemacht, zeigen, wie er um den endgültigen Notentext gerungen und ihn bis ins Detail verfeinert hat.

Die Geschichte des Autographs spiegelt einen Teil deutscher Geschichte wider: Nach der kriegsbedingten Auslagerung an verschiedene Orte kehrten seine Hauptteile zwar nach Berlin zurück, waren aber zunächst durch die Mauer getrennt und wurden erst 1990 wieder vereinigt. Martina Rebmann, Leiterin der Musikabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin, zeichnet diese Geschichte nach.

1972 wurde das Hauptthema des letzten Satzes vom Europarat zur Europa-Hymne bestimmt und 1985 von der Europäischen Gemeinschaft als deren offizielle Hymne angenommen. Im Jahr 2001 wurde die Handschrift in das Welt-Dokumentenerbe der UNESCO aufgenommen.

Das Faksimile präsentiert erstmals alle Teile des Autographs einschließlich der in Bonn und Paris aufbewahrten Seiten sowie der Posaunen- und Kontrafagott-Stimmen.

789,00 €

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