Franz Schubert

Franz Schubert war ein begnadeter Komponist, ein Genie, ein Rebell, ein unglücklich Liebender, eine tragische Gestalt in der abendländischen Musikgeschichte. Er starb mit 31 Jahren – und hat ein gewaltiges Werk hinterlassen.

„Eine neue Schubert-Ausgabe ist längst der Wunsch der Schubert-Forschung“, schrieb Karl Vötterle in seinen Erinnerungen „Haus unterm Stern“. In einem Salzburger Caféhaus im Winter 1962/1963 entstand der Plan zur Verwirklichung, und im November 1963 konnte in Tübingen die Deutsche Schubert-Gesellschaft gegründet werden. Sie sollte die „Neue Schubert-Ausgabe“ edieren. In einem Festakt am 29. Januar 1968 konnte der erste Notenband der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Die Begründung der Schubert-Geamtausgabe zählte Karl Vötterle selbst zu seinen „großen Unternehmungen". Die Erfolgsgeschichte reicht bis heute: Bärenreiter wurde mit der Veröffentlichung der Gesamtausgabe zum wichtigsten Schubert-Verlag, zum Maß aller Dinge in Sachen „Urtext“.

Dr. Wolfgang Thein, Leiter des Musiklektorats, bestätigt dies: „Die Neue Schubert-Ausgabe und der Bärenreiter-Verlag sind seit nunmehr fünf Jahrzehnten auf das Engste miteinander verbunden. Bis heute liegen 86 Bände der Gesamtausgabe vor. Diese sowie die zahlreichen Einzelausgaben bilden einen wesentlichen Bestandteil des Verlagsprogramms.“

Die Vielfalt des Werks macht den besonderen Reiz aus, sich mit dem Werk Schuberts zu beschäftigen. Die Musik der Romantik kam durch seine Kompositionen in ihre erste Blüte. Nachdem Schubert über lange Zeit hauptsächlich als Schöpfer von Kunstliedern wahrgenommen wurde, rückten die Werke anderer Gattungen erst im 20. Jahrhundert mehr und mehr in den Fokus. Aus den Konzertprogrammen sind sie heute nicht mehr wegzudenken. Die Verbindung von Sanglichkeit, reicher Harmonik und weitgespanntem Ausdruckswillen fasziniert Musiker und Hörer ungebrochen.