Kammermusik

William Turner: Musikgesellschaft. Tate Gallery London

Claude Debussys instrumentales Kammermusikschaffen beschränkt sich auf vergleichsweise wenige große Werke, die aufgrund ihrer Entstehungszeit geradezu einen Rahmen um seine kompositorische Laufbahn bilden. Nach einem frühen Klaviertrio (um 1879) und anderen kleinen Jugendwerken zeigte er 1893 mit dem Streichquartett g-Moll op. 10, dass er sich formal an die seit der Wiener Klassik kanonisierte und auch von seinem Lehrer César Franck bediente Gattungstradition anzuschließen, sie zugleich aber stilistisch bereits zu überwinden wusste. Es folgten zwei Jahrzehnte kammermusikalischer Abstinenz, bevor sich Debussy 1915 – schon von Krankheit schwer gezeichnet und unter dem Einfluss der Schrecken des Ersten Weltkriegs – den intimeren Ausdrucksmöglichkeiten der kleinen Besetzung wieder zuwandte.

Von dem auf sechs Werke ausgerichteten Sonatenprojekt in Rückbesinnung auf die französische musikalische Klassik des frühen 18. Jahrhunderts und damit gleichsam zum Beweis, „dass dreißig Millionen Boches [Deutsche] den französischen Geist nicht umbringen können“ (Brief an seinen Verleger Jacques Durand, 5. Aug. 1915), konnte Debussy nur noch drei vollenden: Die Sonaten für Violoncello und Klavier, für Flöte, Viola und Harfe (beide 1915) und sein letztes Werk überhaupt, die Sonate für Violine und Klavier (1915/16). Debussys kammermusikalisches Œuvre komplettieren drei unmittelbar zweckgebundene Werke: das atmosphärische Kleinod „Syrinx“ für Flöte solo, das 1913 als Bühnenmusik zu Gabriel Moureys Schauspiel „Psyché“ entstanden war, eine von der Saxofonisten Elise Hall in Auftrag gegebene Rhapsodie für Altsaxofon und Klavier (1901/03; zu Lebzeiten unvollendet) sowie die 1909/10 als Prüfungsstück für die Absolventen des Pariser Conservatoires komponierte „Première Rhapsodie“ für Klarinette und Klavier.

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