Jonathan Del Mar – Beethoven-Forscher wie kein Zweiter

Beethoven bei Bärenreiter: Das ist fast synonym mit dem Namen des Engländers Jonathan Del Mar. Er hat diesen Komponisten für den Kasseler Musikverlag erschlossen. 1996 hat Del Mar begonnen, die neun Symphonien herauszugeben und diese Edition in vier Jahren abgeschlossen. Die anfängliche Skepsis der Fachwelt wich schnell großer Begeisterung. Die Ausgaben mit dem Kernstücken aus dem Œuvres des Bonner Komponisten wurden von vielen weltberühmten Dirigenten zur Grundlage ihrer Interpretationen gemacht. Sie hatten verstanden, dass Del Mars außerordentliche Fähigkeit, die erhaltenen Quellen zu sichten und zu interpretieren, dem gemeinsamen Ziel dienen: Die Musik des Genies in größtmöglicher Nähe zu seinen Ideen zu bewahren. Ein Urtext, wie er reiner nicht sein könnte.

Andere Werke Beethovens folgten seitdem: alle Konzerte, die Cellosonaten und Variationen und die Streichquartett bis Opus 127. Bis 2020 werden alle Klaviersonaten erscheinen.

Jonathan Del Mar war auch Dirigent. Er gewann ein Stipendium des Christ Church College in Oxford und setzte seine Studie beim Royal College of Music fort. 1976 wurde er von Franco Ferrara zum Internationalen Dirigentenkurs nach Venedig eingeladen. Del Mar gewann den Imperial Tobacco International Conductors Award (1978), den Nicolai Malko Competition (1980) und den First Leeds Conductors’ Competition (1984).

Seine Laufbahn startete er beim Bournemouth Symphony Orchestra und dirigierte Konzert in Dänemark. Sein London-Debüt gab er 1984 beim London Symphony Orchestra. Anschließend arbeitete er mit den meisten der großen britischen Orchester und leitete Konzerte in ganz Europa.

Beethoven edieren. Interview mit Jonathan Del Mar

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