Viel mehr als nur der Vater

Die Biografie zu Leopold Mozarts 300. Geburtstag

Oft wird gefragt: Was wüssten wir heute von Leopold Mozart, wenn er nicht der Vater seines Sohnes Wolfgang Amadé gewesen wäre? Die Frage kann aber auch andersherum gestellt werden: Was wäre aus seinem Sohn geworden, wenn er einen anderen Lehrmeister gehabt hätte?

Vor dreihundert Jahren, am 14. November 1719, wurde Leopold Mozart in Augsburg in eine Zeit hineingeboren, in der die alten Herrschaftsverhältnisse und konfessionellen Schranken ebenso beharrlich verteidigt wurden, wie sie brüchig geworden waren. Er verstand sich als ein Mittler zwischen den Welten – ein Jesuitenschüler, der mit Protestanten Freundschaften schloss, ein Bürgersohn, der dem Adel diente, ein Geiger, der als Schriftsteller zu reüssieren hoffte. Und er war ein Mann, der mit offenen Augen durch die Welt reiste, voller Neugier auf alles: auf Religion und Medizin, auf Esskultur und Trinkgewohnheiten, auf Mode und Hygiene, auf Landschaft und Klima und vor allem auf die Menschen, die ihm begegnet sind. In Briefen offenbart sich Persönliches und Familiäres; sie sind darüber hinaus eine Fundgrube zu Lebenswelt und Alltagsgeschichte seiner Zeit. Davon erzählt die Silke Leopolds Biografie zum 300. Geburtstag Leopold Mozarts; „Ein Mann von vielen Witz und Klugheit“. Leopold Mozart. Eine Biografie (Bärenreiter/Metzler 2019. 280 Seiten. € 29,99).