Ein Leben im Zeichen Glucks

Zum Tode von Gerhard Croll

Am 26. Oktober starb in Salzburg der Musikwissenschaftler Gerhard Croll im Alter von 92 Jahre. Der Rheinländer  (* 25. Mai 1927) lehrte und forschte von 1966 bis 1993 als Professor  für Musikwissenschaft an der Universität Salzburg.

Mittelpunkt seiner Arbeit waren Leben und Werk von Christoph Willibald  Gluck. Von 1960 bis 1990 war er Editionsleiter der bei Bärenreiter erscheinenden Gluck-Gesamtausgabe. Sechs Bände hat er selbst herausgegeben, darunter die beiden bekannten Opern „Alceste“ und "Iphigénie en Tauride“. 1986 gründete er in Wien die Internationale Gluck-Gesellschaft. Als Summe und Abschluss seiner Gluck-Forschungen veröffentlichte er 1990 schließlich bei Bärenreiter zusammen mit seiner Frau Renate Croll das Buch „Gluck. Sein Leben. Seine Musik“.
Bereits seit 1955 war Gerhard Croll als Mitarbeiter der „Neuen Mozart-Ausgabe“ tätig, für die er „Der Schauspieldirektor“, „Die Entführung aus dem Serail“ sowie das von ihm aufgefundene Larghetto und Allegro in Es für zwei Klaviere (KV deest) und einen Marsch der Janitscharen (zur „Entführung aus dem Serail“) herausgab. Er war Mitglied des Zentralinstituts für Mozartforschung und Ehrenmitglied der Internationalen Stiftung Mozarteum Salzburg. 1968 erhielt er die Wiener Mozart-Medaille.