Ein ganz Großer tritt ab

Ein Buch über Bernard Haitink zum Abschied vom Podium

Am 6. September wird er zum letzten Mal ein Orchesterkonzert leiten. Wenn die Wiener Philharmoniker in Luzern den letzten Takt von Anton Bruckners 7. Symphonie gespielt haben werden, geht eine einmalige Karriere zu Ende. Der niederländische Dirigent Bernard Haitink, der am 4. März seinen 90. Geburtstag feiern konnte, hat alles erreicht, was man in seiner Zunft erreichen kann. Die fast drei Jahrzehnte als Erster Dirigent des Concertgebouw-Orchesters Amsterdam sind ebenso legendär wie viele Auftritte mit den berühmtesten Orchestern der Welt. All das ist Anlass genug, mit dem Buch „,Dirigieren ist ein Rätsel‘. Gespräche und Essays“ (Bärenreiter/Henschel, BVK 2091, € 24,95) die Aufmerksamkeit auf den großen Dirigenten zu richten, der das Licht der Öffentlichkeit jenseits des Pults nie gesucht hat: Sein Tun war kompromisslos auf die Musik fokussiert.

Im Zentrum des Buches stehen Gespräche, die Peter Hagmann und Erich Singer von 2007 bis 2019 mit Bernard Haitink geführt haben. Sie beleuchten Leben und Schaffen gleichermaßen: von den Jugendjahren in den von den Deutschen besetzten Niederlanden, seiner Ausbildung zum Geiger bis zur Dirigentenlaufbahn. Vertieft wird dies in thematischen Blöcken zu Haitinks Musizieren, seinen Interpretationsansätzen und seinen pädagogischen Tätigkeiten.

Zwei große Essays runden das Buch ab: eine biografische Darstellung der über sechzig Jahre dauernden Dirigentenkarriere und ein Beitrag, der Haitinks Musikauffassung und ihre Konkretisierung in Opernaufführungen, Konzerten und zahllosen Aufnahmen schildert. Eine Reihe von exklusiven Fotografien – zum Teil aus dem Privatarchiv des Dirigenten – illustrieren den Band.                                                                           

5.9.2019, 16.30 Uhr, Foyer des KKL Luzern.
Öffentliche Buchvernissage mit Bernard Haitink, Peter Hagmann und Erich Singer