Alles über Mendelssohn

Umfangreiches Handbuch bietet tiefe Einblicke in Leben und Werk

Felix Mendelssohn Bartholdy war als Komponist zu vielseitig, um in eine Schublade zu passen. Robert Schumann sprach vom „Mozart des 19. Jahrhunderts“, Richard Wagner sah in ihm allein den „jüdischen“ Komponisten, Johannes Brahms und Max Reger verehrten ihn als romantischen Sinnstifter. Zu Lebzeiten gefeiert, postum mit antisemitischer Hetze überschüttet und von den Konzertpodien verdrängt, im „Dritten Reich“ schließlich verboten und erst danach allmählich wiederentdeckt, hat kein Komponist so lange unter seiner Rezeptionsge-schichte leiden müssen wie Mendelssohn.  Er selbst versuchte, in einem gesellschaftspolitisch verwirrenden, aber auch inspirierenden Zeitalter – das romantisch-verträumt und zugleich bürgerlich-realistisch sein wollte – seinen Platz zu finden.

Das umfangreiche, von mehr als dreißig Autorinnen und Autoren verfasste Handbuch aus den Verlagen Bärenreiter und Metzler (BVK 2071, 506 Seiten, € 99,99) bietet Besprechungen nahezu sämtlicher Einzelwerke, thematisiert Lebens- und Werkkonzepte, Kontexte und Einflüsse, Schaffensprozesse und die komplexen Rezeptionsmechanismen, die unser Mendelssohn-Bild bis heute prägen. Damit liefert es mit seinem Fokus auf Grundlagenforschung und Biographik, Ästhetik und Wirkungsgeschichte einen überblicksartigen und vielfach neuen Zugang zum facettenreichen Phänomen Mendelssohns.

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