Goldener Löwe für Beat Furrer

Der Schweizer Komponist Beat Furrer ist bei der Biennale di Venezia 2006 mit dem „Goldenen Löwen” ausgezeichnet worden. Die Jury würdigte damit Furrers Musiktheaterwerk „FAMA”, das im Oktober 2005 in einer Inszenierung von Christoph Marthaler bei den Donaueschinger Musiktagen durch das Klangforum Wien, die Neuen
Vocalsolisten Stuttgart und die Schauspielerin Isabelle Menke unter Leitung des Komponisten uraufgeführt wurde. Furrer wählte Arthur Schnitzlers Erzählung „Fräulein Else” als Grundlage für dieses 70-minütige Werk, dessen Partitur für großes Ensemble, acht Stimmen und Schauspielerin gesetzt ist. Der Titel „FAMA” geht auf eine Passage aus den „Metamorphosen” Ovids zurück, in der das Haus Famas, der Göttin der Gerüchte, beschrieben wird. Jedes Geräusch, das dorthin dringt, kehrt unaufhörlich zurück.
Dieses allegorische Bild hat den Komponisten zu einem Musik- und Raum-Theater inspiriert, das bei der Uraufführung und den ersten Nachspielen (Wien, Paris, Biennale Venedig) begeisterte Aufnahme fand. Für diese innovative Form des Musiktheaters, die auf eine höchst verdichtete innere Spannung setzt und szenisch oder konzertant aufführbar ist, wurde Furrer nun mit diesem bedeutenden Preis geehrt. Weitere FAMA-Aufführungen sind in Amsterdam, Peking, Brisbane, Barcelona und Madrid fest geplant.
Neben Beat Furrer erhielt der österreichische Komponist Friedrich Cerha einen „Goldenen Löwen” für sein Lebenswerk.
(Foto: Beat Furrer und Mitglieder der Jury bei der Verleihung des „Leone d’oro per la musica d’oggi” © Giorgio Zucchiatti, La Biennale di Venezia)