JOHANN PACHELBEL · SÄMTLICHE VOKALWERKE
Johann Pachelbel
wurde am 1. September 1653 in Nürnberg geboren. Nach erster schulischer und musikalischer Ausbildung in seiner Heimatstadt kam er
1670 ans Regensburger Gymnasium Poeticum. 1673 ging er zur Weiterbildung als Organist nach Wien, wo er, wohl als Schüler des dortigen
Hoforganisten Johann Caspar Kerll, schließlich den Posten eines Vicarius an der Orgel des Stephansdoms erlangte – dies ungeachtet seiner
protestantischen Konfession.
Von Wien aus wurde er 1677 als Hoforganist nach Eisenach berufen, wechselte jedoch schon 1678 nach Erfurt, wo er 12 Jahre lang Organist
der Predigerkirche war. Unter seinen zahlreichen bedeutenden Schülern war auch Johann Sebastian Bachs älterer Bruder und späterer
Ziehvater Johann Christoph.

1690 folgte Pachelbel einem Ruf als Hoforganist nach Stuttgart, gab jedoch dieses Amt nach zwei Jahren infolge des drohenden Franzoseneinfalls auf. Nach einem Intermezzo als Stadtorganist zu Gotha trat Pachelbel 1695 seinen Dienst an der Orgel der Nürnberger Sebalduskirche an. Hiermit bekleidete er die begehrteste Stelle, die ein Musiker in der Reichsstadt erlangen konnte. Im Alter von 52 Jahren starb er am 3. März 1706.
Während der größte Teil von Pachelbels umfangreichem Orgelschaffen in Erfurt entstanden sein dürfte, scheint die Mehrzahl seiner über
60 Vokalwerke, insbesondere die großbesetzten Magnificats und Vokalkonzerte, für Nürnberg geschrieben worden zu sein. Diese
Kompositionen können als wichtige Zeugnisse für den Stand der süd- und mitteldeutschen Kirchenmusik um 1700 gelten.
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